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Rundgang durch das Hausser-Werk III (3) | Drucken |
Bild 10: Nach dem Turmgang beginnen wir einen Rundgang durch die verschiedenen Etagen des Hauptgebäudes. In der untersten Etage am südöstlichen Gebäudeteil befand sich das Werksatelier nach dem Krieg. Während des Krieges wurde es hierher verlegt. Wahrscheinlich um vor Fliegerangriffen besser geschützt zu sein. Das Atelier bestand aus zwei miteinander verbundenen Räumen, welche von einem zentralen Gang erreicht werden konnten. Die Trennwände zum Gang wurden nach dem Hausser-Konkurs von der nachfolgenden Polstermöbelfirma entfernt. Auf dem zurückgelassenen ehemaligen grünen Fußbodenbelag können noch eindeutig die Abnützungsspuren an den beiden Arbeitsplätzen erkannt werden.
Bild 11: Die zweite Modelleurgeneration zeigt Max Weißbrodt (vorn) und Eugen Bauersachs. Später kam Rudolf Schrade dazu. Das Bild stammt von 1954. Max Weißbrodt arbeitet an der Super-constellation und Eugen Bauersachs im Hintergrund an dem Wachsmodell einer frühen Kunststoff-Figur – dem gehenden Indianer mit Messer 6892 – einer so genannten J-Figur.
Bild 12: Dieses Atelier war die Geburtsstätte so vieler beliebter Elastolin-Figuren wie Prinz Eisenherz, die Karl-May-Figuren und der Ur-Lilli (im Bild), der späteren Barbie-Puppe. Die gesamten Kunststoff-Figuren mit der Markenbezeichnung Elastolin sind hier entstanden. Auch nahezu alle technischen Geräte von Hausser wie der 3-Seitenkipper-LKW, Westernkutschen, Belagerungsgeräte und Fahrzeuge.
Bild 13: Gleich nebenan, allerdings vom Treppenhaus mit einem separaten Eingang versehen, befand sich die Arbeitsstätte von Herrn Josef Tonn, dem Schaustückebauer der Firma Hausser. Sein Arbeitsraum war ziemlich lang, aber nicht allzu breit, wie im Bild zu erkennen. Hier hat er all seine Dioramen für die Firma Hausser gebaut. An den Wänden befanden sich noch von ihm aufgepinselte Farbmuster und kleinere Wandmalereien. Es muss angemerkt werden, dass dieser Raum fast bis zur Decke voll gestopft war mit Schaumstoffresten von der Jumbo Polstermöbelfirma und zur Besichtigung bzw. zum Fotografieren von mir mit Hilfe von Sammlerfreund Hans-Dieter Thein erst freigelegt werden musste. Das war stundenlange Arbeit.
Bild 14: Eine Karikatur inmitten der an die Wand gemalten Farbmuster zeigt Walter Ulbricht und Konrad Adenauer mit dem Text „Reich mir die Hand zum Frieden Deutschland“. Der Helm in der rechten Hälfte des Bildes ist ein Entwurf für die Dekorationsartikel des ab 1962 von Hausser vertriebenen Karthago-Spieles. Der gleiche Helm befindet sich auch auf der Verpackung des Spieles „Römer gegen Karthager“.
Bild 15: Ein Wikinger inmitten von Farbmustern. Bild 16: Großer Kopf mit Helm eines römischen Kriegers. Eine interessante Malstudie – sie konnte den Baggern leider nicht trotzen.
Bild 17: Am Ende der Tonnschen Werkstatt befand sich eine Tür, welche zum Hof des Hausser-Gebäudes führte.
Bild 18: Von hier aus hat Herr Tonn (unten) seine neuesten Dioramenwerke mittels eines Handwagens zum nahe gelegenen Fotoatelier Greiner gebracht, um sie dort für das Firmenarchiv ablichten zu lassen.
Bild 19: Unser Rundgang führt weiter in den 1. Stock in eines der vielen Nebengebäude, in dem die Kartonagenabteilung untergebracht war. Hier wurden die Verpackungskartons für die Hausser-Produkte gestanzt, gefalzt und zusammengebaut. Das Bild zeigt Frauen bei der Herstellung der Kartons zu den Hausser-Spielen.
Bild 20: In vielen der Werkshallen standen Polsterzeug und die Gestelle von der Polsterfirma Jumbo herum und versperrten oft den Zugang zu Abstellräumen und interessanten Werksnischen.
 
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